Mit dem Segler "Deutschland" eröffnet die Hapag im Oktober den Nordatlantik-Dienst.
Der Norddeutsche Lloyd (NDL) wird in Bremen gegründet. Erster Präsident: Konsul H.H.Meier. Zu einer Zeit, in der es noch kein einiges Deutsches Reich gab, hatte der Bremer Großkaufmann und Konsul Hermann Henrich Meier eine Vision: Er wollte "die deutsche Schiffahrtslinie" gründen. Norddeutscher Lloyd war Name und Programm seiner Idee. Lloyd stand Mitte des 19. Jahrhunderts für die Handelsschiffahrt schlechthin. Zusammen mit dem jungen Berliner Eduard Crüsemann gründete er am 20. Februar 1857 den Norddeutschen Lloyd. Als erster von vier Schraubendampfern nahm die "Bremen" 1858 den Linienverkehr nach New York auf. Allen anfänglichen Widerständen zum Trotz wurde der Norddeutsche Lloyd wie kein Unternehmen zuvor zum Stolz seiner Heimatstädte Bremen und Bremerhaven.
Der NDL eröffnet die Reichspostdampfer- Dienste nach Ostasien und Australien.
Albert Ballin kommt zur Hapag und übernimmt dort die Passageabteilung. 1888 wird er zum Hapag Direktor ernannt.
Die Hapag stellt die ersten Doppelschrauben- Schnelldampfer "Augusta Victoria" und "Columbia" in Dienst, denen "Normannia" und "Fürst Bismarck" folgen.
Albert Ballin "erfindet" die Kreuzfahrt und entdeckte damit eine Marktlücke. Am 22. Januar 1891 dampft die "Augusta Victoria" von Cuxhaven zur ersten Vergnügungsreise ins Mittelmeer.
1890 hatte der NDL, ausnahmsweise, wie die Reederei betonte, einen Dampfer aus dem Fahrplan genommen und auf ein kurze Ausflugsfahrt in die norwegischen Fjorde geschickt.
Albert Ballin, bei der Hapag, wollte mehr. Das große und luxuriöse Flaggschiff, der Schnelldampfer "Augusta Victoria", lag im Winter nutzlos auf Reede.
Die Reisenden mieden den Nordatlantik in der stürmischen Jahreszeit. Ballin schlug vor, die "Augusta Victora" auf eine lange Vergnügungsreise in das Mittelmeer und den Orient zu schicken. Die Reise sollte außerdem noch gut organisierte Landausflüge beinhalten. Seine Mitdirektoren hielten diese "Seefahrt zum Vergnügen" schlichtweg für Schwachsinn. Doch Ballin setze seine Idee mit aller Kraft durch und strafte alle Kritiker Lügen. Die erste "Kreuzfahrt", die er persönlich begleitete, wurde ein voller Erfolg und erwies sich als ernst zu nehmende Marktlücke.
Im selben Jahr schafft die "Fürst Bismarck" der Hapag die Überfahrt nach New York in nur 6 Tagen, 11 Stunden und 44 Minuten und ist damit schnellstes Schiff auf dieser Strecke.
Mit der "Kaiser Wilhelm der Große" stellt der Norddeutsche Lloyd den ersten Vierschornstein-Dampfer in den Dienst.
Bei der Hapag wird 1899 Albert Ballin zum Generaldirektor ernannt.
Der Schnelldampfer "Deutschland" der Hamburg-Amerika Linie holt sich auf der Jungfernreise nach New York das "Blaue Band" für die schnellste Atlantiküberquerung.
Im Januar 1900 lief beim Stettiner Vulcan die "Deutschland" vom Stapel. Mit ca. 16.000 BRT, 208 Metern Länge und einem Preis von damals gigantischen 12.5 Millionen Mark ein Schiff der Superlative. Noch größer und noch schneller als die "Kaiser Wilhelm der Grosse".
Bereits auf ihrer Jungfernfahrt holte sich die "Deutschland" das "Blaue Band", eine bis in die heutige Zeit legendäre Trophäe für die schnellste Atlantiküberquerung auf der Ost-/ Westroute. Neben dem Imagegewinn bedeutete das "Blaue Band" allerdings auch enorme Kosten und einen deutlichen Komfortverlust für die Passagiere. Die Hapag zog sich deswegen aus dem international entfachten Kampf um das "Blaue Band" zurück und setzte auf komfortablere, aber auch langsamere Schiffe. Deshalb mußte sie das "Blaue Band" im Herbst 1902 an die Konkurrenz aus Bremen abgeben.
Die Hapag eröffnet auf der Veddel in Hamburg mit der Auswandererstadt eine weltweit einmalige Anlage mit Unterkünften für bis zu 5.000 Menschen.
Der Krieg bringt den Verlust der Flotten für Hapag und NDL.